Navigation und Service

Artikel 12.12.2011 Dar­um geht es

"Wenn ich Rechtsextremist wäre, ich wüsste, was ich zu tun hätte! Ich ginge in den Sportverein!"

Banner

So kurz und prägnant brachte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger anlässlich der Auftaktveranstaltung zur Kampagne am 18. Januar 2011 das Problem auf den Punkt.

Rechtsextremistische Erscheinungsformen zeigen sich, ebenso wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen, auch im Sport. Organisationen und Personen, die dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind, versuchen, den organisierten Sport zu unterwandern und Sportveranstaltungen für die Verbreitung von menschenverachtenden Ideologien zu missbrauchen. Dabei sind die Sportvereine für Rechtsextremisten von besonderem Interesse, da dort fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen aktiv ist. 

Beispiele für Versuche rechstextremistischer Einflussnahme im Sport:

  • eigene – neue – Vereinsgründungen durch Rechtsextremisten
  • ehrenamtliche Tätigkeiten innerhalb von Vereinen durch Rechtsextremisten – als Trainer, insbesondere in der Jugendarbeit, Betreuer, Vereinsfunktionär etc.,
  • Tätigkeiten als Sponsoren und andere Unterstützungen,
  • gezielte – schleichende – Infiltration aktiver Sportler in bestehende Vereine bzw. Versuch aktiver Teilnahme an Wettbewerben,
  • Organisation von Turnieren, Trainings und sportlichen Freizeitangeboten durch Rechtsextremisten. 

Der organisierte Sport versucht diesen Entwicklungen durch vielfältige Maßnahmen entgegenzuwirken. Die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und die Stärkung demokratischer Kultur ist aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und erfordert einen engen Schulterschluss zwischen Sport und Politik.  

Grundlage der Kampagne und Kampagnenstart:

Die Kampagne basiert auf einem gemeinsam erarbeiteten Handlungskonzept , das Handlungsempfehlungen enthält und damit Sportvereinen und –verbänden einen Handlungsrahmen zum Umgang mit rechtsextremen Erscheinungsformen im und um den Sport aufzeigt. Dieses Konzept wurde auf der Grundlage einer Studie von Prof. Dr. Gunter Pilz „Rechtsextremismus im Sport in Deutschland und im internationalen Vergleich“ (2009) erstellt, die das Bundesinnenministerium in Auftrag gegeben hatte. (Kurzfassung der Studie und Handlungskonzept sind als PDF-Datei verfügbar unter: „Materialien zur Kampagne“). 

Das Handlungskonzept „Sport und Politik – verein(t) für Toleranz, Respekt und Menschenwürde“ wurde der Öffentlichkeit am 18. Januar 2011 in Berlin im Rahmen der Auftaktveranstaltung zur Kampagne vorgestellt. Als Podiumsteilnehmer haben für die Kampagnenträger der damalige Bundesinnenminister Dr. de Maizière, Ministerin Dr. Schröder, Dr. Zwanziger, Dr. Bach und die Thüringer Ministerin Taubert (für die SMK) teilgenommen. Sie alle haben in kurzen Statements die Bedeutung dieser gemeinsamen Kampagne und des damit verfolgten Ziels, effektiver und vernetzter gegen rechtsextremistische Einflussnahme im Sport vorzugehen, unterstrichen.

Bei dieser Veranstaltung wurden auch erstmals die Spots der Kampagne gezeigt, in denen sich Spitzensportlerinnen und Spitzensportler gegen Rechtsextremismus positionieren und für Toleranz, Respekt und Menschenwürde werben. (Spots und Plakate sind als PDF unter „Materialien zur Kampagne“ verfügbar). 

Ziele der Kampagne: Klare Positionierung und Prävention :

Hauptzielgruppe der Kampagne sind die Sportvereine und Sportverbände.

Das Handlungskonzept enthält neben einer Situationsanalyse Handlungsempfehlungen mit Schwerpunkt auf der Prävention, die nun umgesetzt werden sollen. Dabei geht es insbesondere um Dreierlei:

  • Sensibilisierung der Vereine für Versuche rechtsextremistischer Einflussnahme und Unterwanderung, z.B. durch Sponsoring oder Übernahme von Ehrenämtern / Trainerfunktionen durch Rechtsextreme,
  • Sportvereine und Sportverbände zu motivieren, uneingeschränkt und konsequent gegen jegliche rechtsextremistische Erscheinungsformen vorzugehen, sich hierzu entsprechend fortzubilden und sich öffentlich und in Vereinssatzungen gegen Rechtsextremismus zu positionieren,
  • Möglichst flächendeckend in den Strukturen des Sports verankerte Unterstützungsangebote und Ansprechpartner zu schaffen,
  • Durch eine Bündelung von Informationen und Vernetzung von externen Unterstützungsangeboten Vereinen Hilfestellungen zu geben und sie mit anderen Akteuren, die vor Ort gegen Rechtsextremismus aktiv sind, zusammenzubringen.
  • Vereine darin zu bestärken,   ihre Möglichkeiten, insbesondere in der Jugendarbeit, zu nutzen, um ein tolerantes, von gegenseitigem Respekt geprägtes Vereinsklima zu schaffen und damit Rechtsextremismus und anderen Formen von Diskriminierung vorzubeugen.

Schwerpunktthemen

Mediathek

Icon: Kamera

Hier gelangen Sie zur Mediathek

Zur Mediathek